- Englisch
- 3. Zyklus
Open World
Lebendig und alltagsnah
Die Weiterentwicklung von «Open World», dem Lehrwerk für Englisch als erste Fremdsprache, ist in vollem Gange. Wir sprachen mit Laura Trost und Urs Wiedmer, Autorin und Autor der ersten Units.
- Veröffentlicht:16.04.2026
- Autorin:Susanne Reinshagen
- Bild:zVg; Klett und Balmer
Welche Herausforderungen gibt es im Englischunterricht beim Übertritt in den 3. Zyklus?
Laura Trost: Ich sehe zwei grosse Herausforderungen. Zum einen müssen im 3. Zyklus die unterschiedlichen Lernstände aus der Primarstufe abgeholt werden. Zum anderen beobachte ich eine Abnahme der intrinsischen Motivation. Die Jugendlichen sehen den Sinn im Lernen oft nicht mehr und verlieren den Spass daran. Der Unterricht wird zum reinen Schulfach mit höheren Leistungsanforderungen.
Urs Wiedmer: Der Stoff im 3. Zyklus ist anspruchsvoller und die Schülerinnen und Schüler müssen selbstständiger arbeiten. Diese Umstellung ist nicht immer einfach.
Laura Trost und Urs Wiedmer arbeiten am neuen «Open World» mit und bringen ihre Erfahrung als Lehrpersonen ein.
Wie unterstützt «Open World» die Lehrperson bei der Bewältigung dieser Herausforderungen?
U. Wiedmer: Um die Lernenden zu motivieren, behandelt «Open World» interessante Themen, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren. Der Bezug zu ihrem Alltag fördert die Freude am Englisch. Die verschiedenen Lernniveaus bedienen wir durch zwei Niveaubände für Grund- bzw. erweiterte Anforderungen, mit einem zusätzlichen Fokus auf binnendifferenzierenden Aufgaben.
L. Trost: Wenn die Jugendlichen sehen, dass die Sprache einen Bezug zu ihrem Alltag hat, motiviert sie das. Die Lehrperson kann das unterstützen, indem sie z. B. beliebte Youtube-Videos oder Filmserien in den Unterricht integriert.
Wir achten zudem darauf, dass ausreichend Aufgaben zu allen Kompetenzen und genügend Sprechanlässe vorkommen. Dadurch wird Englisch auf vielfältige Weise unterrichtet und somit lebendig und alltagsnah.
Laura, du hast das neu konzipierte «Warm-up» erarbeitet, mit dem die Lehrperson ins Schuljahr einsteigen kann. Worauf hast du besonderen Wert gelegt?
L. Trost: Die Jugendlichen kennen sich beim Übertritt in die Sekundarstufe oft noch nicht und müssen sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden. Hier kann der Englischunterricht unterstützen, denn eine Sprache lernen bedeutet soziale Interaktion und sprachlichen Austausch. Das neu konzipierte «Warm-up» behandelt Themen wie Hobbys, Familie oder Ferien. Diese eignen sich gut für Sprechanlässe, um sich kennen zu lernen. Gleichzeitig aktivieren die Lernenden ihr Wissen aus der Primarschule.
Das «Warm-up» ist spielerisch aufgebaut, lernzielbefreit und enthält noch keinen neuen Wortschatz und keine neue Grammatik. Die Spielformate sind offen gestaltet, es gibt also kein Richtig oder Falsch. Die Schülerinnen und Schüler können ohne Leistungsdruck ihr Wissen zeigen und intuitiv Englisch sprechen.
Erste Einblicke in die Unit 1 «English around the world»: Abwechslungsreiche Aufgaben und spannende Themen machen das Englischlernen lebendig.
Urs, du bist für die Unit 1 verantwortlich. Worauf musst du bei der Entwicklung der Inhalte besonders achten?
U. Wiedmer: Da es auf der Sekundarstufe unterschiedliche Schulmodelle gibt, von niveaudurchmischten bis zu leistungsgetrennten Klassen, muss das Lehrmittel für alle funktionieren und alle Niveaus abdecken. Das bedeutet, dass ich Inhalte entwickle, die diese Anforderungen erfüllen. Diesen Spagat schaffen wir bei «Open World», indem wir viele Aufgabenformate und Übungsmöglichkeiten für alle Niveaus zur Verfügung stellen.
Mit ‹Open World› habe ich eine gute Lösung, wie ich mit vielen Differenzierungsmöglichkeiten allen gerecht werde.Michelle Beusch, Oberstufenlehrerin Kreisschule Kölliken
Könnt ihr das konkretisieren?
U. Wiedmer: Die unterschiedlichen Niveaus deckt «Open World» mit einer G- und E-Version des Coursebooks ab, mit fakultativen hin- und weiterführenden Aufgaben und mit veränderbaren Worksheets. Für die zahlreichen Sprechanlässe bieten wir Toolboxes mit Sprachsupport. Das können z. B. Vorschläge für Satzanfänge sein. Ergänzend dazu steht umfangreiches Übungsmaterial im neuen «Digitalen Raum» auf verschiedenen Niveaus von «Support» bis «Boost» zur Verfügung.
L. Trost: Die Differenzierung geschieht nicht nur über die Aufgabentypen. Auch die Texte selbst haben verschiedene Schwierigkeitsgrade. Das heisst, es gibt kürzere und längere Texte mit einfacherem und anspruchsvollerem Wortschatz. Der Inhalt des Textes bleibt jedoch derselbe, sodass auch niveaudurchmischt unterrichtet werden kann.
Wie unterstützt der «Digitale Raum» beim Unterrichten?
U. Wiedmer: Die Schülerinnen und Schüler sollen auf der Sekundarstufe zunehmend selbstständig arbeiten. Hierbei unterstützt der «Digitale Raum» mit seinen Inhalten. Das sind unter anderem interaktive Übungen in drei Schwierigkeitsstufen, Videos, Audios, VocaTrainer sowie «Support»- und «Boost»-Aufgaben. Die Schülerinnen und Schüler trainieren ihrem individuellen Lernstand entsprechend. Sie entscheiden selbst, auf welchem Niveau sie arbeiten möchten, und können jederzeit eine anspruchsvollere oder einfachere Aufgabe wählen. Die Lehrperson findet im «Digitalen Raum» neben Übersichten und Jahresplanungen alle Hinweise zu den Aufgaben. Sie sind der entsprechenden Doppelseite im Coursebook zugeordnet, was die Handhabung einfach und intuitiv macht. Zusätzlich gibt es veränderbare Lernkontrollen für die Niveaus G, M und E sowie einen Arbeitsblattgenerator.
Was findet ihr im Vergleich zur alten Ausgabe jetzt besser?
U. Wiedmer: Das neue «Open World» ist ansprechend gestaltet, klar aufgebaut, mit vielen alltagsnahen Inhalten. Zusammen mit dem digitalen Teacher’s Book ist es einfach, damit zu unterrichten. Weiter erleichtert der «Digitale Raum» mit all seinen Tools selbstständiges Lernen auf unterschiedlichen Niveaus.
L. Trost: Ebenfalls eine Verbesserung ist die Reduktion der Lehrwerksteile. Zukünftig gibt es nur noch für die Niveaus G und E je ein Coursebook, bestehend aus zwei Semesterheften. Das erleichtert die Handhabung des Lehrwerks.
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