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Die Sprachstarken 1
Individuell lernen mit Churer Modell und den «Sprachstarken 1»
Das Churer Modell unterstützt das individuelle Lernen. Wie das mit den «Sprachstarken 1» gelingt, beschreibt der nachfolgenden Beitrag von Erika Brinkmann.
- Veröffentlicht:20.07.2026
- Autorin:Erika Brinkmann
- Bild:Louis Rafael Rosenthal
«Wie schaffe ich es, dass alle Kinder auf ihrem Niveau arbeiten können – ohne für jedes Kind eigenes Material erstellen zu müssen?», fragen sich viele Grundschullehrpersonen. Besonders dann, wenn die Lerngruppen immer heterogener werden und die Unterschiede zwischen den Kindern bereits zu Schulbeginn deutlich sichtbar sind. Das Churer Modell gewinnt unter diesen Bedingungen zunehmend an Bedeutung. Viele Lehrpersonen schätzen daran vor allem die Verbindung von Struktur und Offenheit: Die Kinder lernen selbstständiger, arbeiten auf ihrem individuellen Niveau und erhalten dennoch klare Orientierung.
Doch eine Frage taucht in der Praxis immer wieder auf: Welches Lehrwerk unterstützt diese Form des Unterrichts wirklich? Denn ein Konzept kann nur dann funktionieren, wenn auch das Lehrwerk die zugrunde liegenden Ideen unterstützt.
Wer mit den «Sprachstarken 1» arbeitet, merkt schnell: Viele Elemente des Lehrwerks passen überaus gut zu den Grundgedanken des Churer Modells. «Die Sprachstarken 1» bieten einen Rahmen, der selbstständiges Lernen, individuelle Förderung und gemeinsames Lernen miteinander verbindet.
«Die Sprachstarken 1» fördern das gemeinsame Lernen.
Das Churer Modell kurz erklärt
Das Churer Modell wurde in der Schweiz entwickelt und verfolgt ein klares Ziel: Kinder sollen möglichst selbstständig und nach individuellem Lernstand lernen können. Es basiert auf vier zentralen Elementen:
• kurze gemeinsame Inputs im Kreis,
• eine Lernlandschaft mit unterschiedlichen Arbeitsplätzen,
• Lernaufgaben auf verschiedenen Niveaus, die unterschiedliche Lernwege und Lerntempi ermöglichen,
• sowie die freie Wahl von Arbeitsplatz und teilweise auch Lernpartnern.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frage, ob alle Kinder gleichzeitig dasselbe tun, sondern ob jedes Kind erfolgreich lernen kann.
Die Lehrperson bleibt wichtige Lernbegleitung, schafft Lernangebote und unterstützt individuell. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen gleichzeitig mehr Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess.
Wer das Churer Modell umsetzen möchte, benötigt Materialien, die selbstständiges Arbeiten ermöglichen, individuelle Lernwege zulassen und gleichzeitig Orientierung geben. Genau hier liegen die Stärken der «Sprachstarken 1».
1. Kinder arbeiten auf ihrem eigenen Lernweg
Eine der grössten Herausforderungen im Churer Modell besteht darin, dass Kinder nach einem gemeinsamen Input unterschiedlich weiterarbeiten sollen.
«Die Sprachstarken 1» sind genau dafür konzipiert. Sie gehen davon aus, dass Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule kommen und Lernen nicht für alle gleich verläuft. Statt eines kleinschrittigen Lehrgangs bieten sie vielfältige Zugänge und individuelle Lernwege.
Das bedeutet konkret:
Nach einem Input können die Kinder an unterschiedlichen Aufgaben arbeiten, verschiedene Schwerpunkte setzen und in ihrem eigenen Tempo vorangehen – ohne dass die Lehrperson ständig zusätzliche Materialien erstellen muss. Zahlreiche Anregungen für gemeinsame Phasen gibt es zum einen im Begleitband für die Lehrpersonen, zum anderen ergeben sich diese aus den Ergebnissen, die Schülerinnen und Schüler in der Runde gerne vorstellen wollen.
Nach einem kurze gemeinsame Inputs arbeiten die Kinder individuell an unterschiedlichen Aufgaben weiter.
2. Die Lernaufgaben sind offen und gleichzeitig strukturiert
Das Churer Modell lebt von guten Lernaufgaben. Sie müssen anspruchsvoll genug sein, damit leistungsstarke Kinder weiterdenken können, gleichzeitig aber auch Lernenden mit Unterstützungsbedarf Erfolgserlebnisse ermöglichen.
«Die Sprachstarken 1» bieten hierfür eine passende Grundlage. Die Materialien fördern eigenständiges Lesen, Schreiben, das Verfassen erster eigener Texte, Nachdenken und Reflektieren über viele Aktivitäten, die immer wieder eingesetzt werden können, die Beschäftigung mit Literatur als Grundlage der eigenen Lesemotivation oder auch schon das erste gemeinsame Nachdenken über Rechtschreibung. Kinder können eigene Ideen entwickeln, Methoden erproben und reflektieren und dadurch gleichzeitig ihre eigenen Kompetenzen erweitern.
Dadurch entstehen Lernsituationen, in denen nicht alle Kinder dasselbe tun müssen, aber alle am gleichen Kompetenzziel arbeiten. Unterstützend im beginnenden Schriftspracherwerb sind hier neben den Heften und der «Tiger-Box» vor allem die drei individuell nutzbaren digitalen Lernwerkstätten, die die phonologische Bewusstheit, das erste lautorientierte Schreiben und den Übergang zum orthografischen Schreiben fördern.
3. Die Selbstständigkeit der Kinder wird systematisch entwickelt
Im Churer Modell verbringen Kinder einen grossen Teil ihrer Lernzeit in selbstständigen Arbeitsphasen. Das funktioniert jedoch nur, wenn sie schrittweise lernen, Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu übernehmen.
«Die Sprachstarken 1» unterstützen diesen Prozess von Beginn an. Die Materialien sind so aufgebaut, dass Kinder zunehmend eigenständig arbeiten, Entscheidungen treffen und ihre Lernwege dokumentieren können. Gleichzeitig behalten Lehrpersonen durch Beobachtungs- und Dokumentationsmöglichkeiten den Überblick über die individuellen Entwicklungen.
Das selbstständige Arbeiten gehört beim Churer Model genauso dazu wie das gemeinsame Lernen.
4. Kinder in heterogenen Lerngruppen werden differenziert gefördert
Das Churer Modell verfolgt das Ziel, möglichst allen Kindern Anschlussmöglichkeiten zu bieten. Unterschiedliche Lernvoraussetzungen werden nicht als Problem betrachtet, sondern als Ausgangspunkt für die Unterrichtsplanung.
Hier genau setzen auch «Die Sprachstarken 1» an. Das Lehrwerk berücksichtigt die grossen Unterschiede der Kinder im Schriftspracherwerb schon zu Schulbeginn und ermöglicht individuelle Lernwege innerhalb eines gemeinsamen Rahmens. Besonders in jahrgangsgemischten Klassen, inklusiven Settings oder sehr heterogenen Lerngruppen zeigt sich deshalb, wie gut beide Konzepte miteinander harmonieren.
5. Die Lehrperson bleibt Lernbegleitung – sie ist nicht blosse Materialmanagerin
Viele Lehrpersonen kennen die Sorge: Offene Lernformen bedeuten oft einen enormen Vorbereitungsaufwand. «Die Sprachstarken 1» entlasten hier spürbar.
Neben den Materialien für die Kinder stehen umfangreiche Hilfen zur Unterrichtsorganisation, Lerndokumentation, Differenzierung und Förderplanung zur Verfügung. Die «Tiger-Box» ergänzt die Hefte, wenn ein Kind zu Beginn mehr Übung braucht, die digitalen Lernwerkstätten unterstützen – wie oben beschrieben – zusätzlich. All dies ist genau im Begleitband mit konkreten Förderhinweisen und Materialien beschrieben.
So bleibt mehr Zeit für das, was auch im Churer Modell besonders wichtig ist: beobachten, beraten, begleiten und gezielt fördern.
Fazit
Guter Unterricht braucht Lernmaterialien, die Individualisierung ermöglichen, ohne Beliebigkeit entstehen zu lassen. Genau darin liegt die besondere Stärke der «Sprachstarken 1».
Konkret tragen dazu bei:
• die breit geförderten Kompetenzbereiche,
• die Offenheit für unterschiedliche Lernwege,
• die Hilfen zur differenzierten Unterstützung und
• die Förderung selbstständigen Lernens durch besonders einfache Aufgabenformulierungen, durch wiederkehrende Symbole, vor allem aber auch durch die neue Möglichkeit, mit dem soundolino-Stickerset die Arbeitsaufträge ohne Hilfe anhören zu können.
Damit werden «Die Sprachstarken 1» zu einem wirksamen Begleiter für alle, die das freie Lesen und Schreiben, die Verbindung von individuellen und gemeinsamen Aktivitäten und eine passgenaue Herausforderung und Unterstützung des Lernens miteinander verbinden wollen – wie es auch im Churer Modell von besonderer Bedeutung ist.
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