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Eine digitale ID für alle Bildungsdienste

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Alan Moran, promovierter Mathe­matiker und ­Sicherheitsexperte, ist ­Gesamtprojektleiter von Fides.

Eine digitale ID für alle Bildungsdienste

Projekt Fides | 14. Mai 2019

Mit einer Bildungs-ID sollen Schülerinnen und Schüler ­Zugang zu digitalen Inhalten von verschiedenen Bildungsdienstleistern erhalten. Klett und Balmer ist ­Partner beim ­ sogenannten Projekt Fides: Der Verlag macht in der Pilotphase als Dienstleistungs­anbieter mit.

Alan Moran, promovierter Mathe­matiker und ­Sicherheitsexperte, ist ­Gesamtprojektleiter von Fides.

Herr Moran, was ist das Projekt Fides?

Alan Moran: Das Projekt Fides ist ein zentrales Element der EDK-Strategie für die digitale Transformation. Es geht darum, im Bildungsraum Schweiz eine Föderation mit Anbietern von digitalen Identitäten (zum Beispiel Kantone, Gemeinden, Schulen) und Dienstleistungen (zum Beispiel Lernmedien) zu schaffen.

Der Untertitel von Fides lautet «Aufbau der Föde­ration von Identitätsdiensten für den Bildungsraum Schweiz». Was heisst das genau?

Das bedeutet, dass alle aktiven Nutzerinnen und Nutzer im Bildungsraum Schweiz mit einem Login auf alle Dienste zugreifen können, zu denen sie berechtigt sind. Für die Dienstleistungsanbieter, also zum Beispiel die Lehrmittelverlage, bedeutet die Föderation, dass alle Zugriffsbegehren aus der Föderation authentifiziert und auf ihre Zugriffs­berechtigung überprüft worden sind. Wenn eine Person auf einen Dienst, etwa Mathematikübungen, zugreifen will, unterscheidet die Föderation drei Schritte: Identifikation, Authentifikation und Autorisierung. Die beiden ersten Schritte passieren auf der Seite des Identitätsanbieters, der dritte auf der Seite des Dienstleistungsanbieters, also im Pilotprojekt beim Klett und Balmer Verlag. Die persönlichen Daten der einzelnen Person werden dabei nicht hin- und hergeschoben, sondern durch die Föderation an ihrer Quelle verifiziert.

Welche Vorteile bringt es für die einzelnen ­Schülerinnen und Schüler?

Die Föderation macht den Lernenden das Leben im Internet einfacher und sicherer. Sie müssen sich in der Regel nur noch ein Login merken. Einmal eingeloggt, können sie in der gleichen Session auch auf andere Online-Dienste zugreifen. Und ihre persönlichen Daten fliessen nicht unnötig durchs Netz.

Inwiefern erleichtert die Bildungs-ID den Lehr­personen die Arbeit?

Durch die geplante Verbindung zwischen Switch und dem Projekt Fides werden sie in Zukunft mit ihrer ID der Schule auch auf ihr Portfolio bei einer pädagogischen Hochschule zugreifen können. Die Föderation bringt zudem handfeste Vorteile im Schulalltag. Wenn sich die Schülerinnen und Schüler nicht mehr zu jedem einzelnen Dienst mit separaten Identitäten einloggen müssen, kann die Lehrperson hybride Lehrmittel mit analogen und digitalen Elementen wesentlich dynamischer nutzen.

Warum sollten sich Dienstleister wie Verlage dem Projekt anschliessen?

In einer Föderation können sich die Dienstleistungsanbieter vermehrt auf ihr Kerngeschäft und die pädagogischen Inhalte fokussieren. Gemeinsam mit den Identitätsanbietern gestalten sie einen Vertrauensraum mit hoher Sicherheit und hoher Verlässlichkeit.

Welchen Anforderungen muss die ­Bildungs-ID ­genügen?

Voraussetzung ist die Existenz und Nutzung von Identitäten in der Schweiz, das heisst Personen mit ihrer Rolle und weiteren Attributen.

Wie stellen Sie sicher, dass kein Missbrauch mit den Daten getrieben wird?

Dafür sind viele organisatorische und technische Massnahmen vorgesehen. Das ganze System wird gemäss ISO 27001 geprüft. Das ist die internationale Norm für IT-Sicherheit. Die Massnahmen unterliegen der Kontrolle durch die Datenschutzbeauftragten der Kantone.

Erste Praxistests haben stattgefunden. Wie fielen die Rückmeldungen aus? Wo liegen noch Stolpersteine?

Die ersten Piloten haben bestätigt, dass die vorgeschlagene Lösung praktikabel ist. Die wichtigsten Anwendungsfälle sind abgedeckt. So wissen wir: Die Richtung stimmt und der Betrieb kann wie geplant vorbereitet werden. Die Vielfalt der potenziellen Piloten zeigt, wie gross der Bedarf an der Föderation ist und wie wichtig es ist, Lösungsvorschläge mit allen möglichen Interessengruppen zu erarbeiten und zu validieren.

Bis wann läuft das Pilotprojekt? Wie geht es danach weiter?

Die laufenden Piloten bestimmen den Testkalender und den Betriebsaufbau bis zum Sommer 2019. Ende Juni wird die EDK-Plenarversammlung über das weitere Vorgehen entscheiden. Bis dann wird der Umsetzungskalender auf allen Ebenen bekannt sein.

https://fides.educa.ch