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New World

Die Sprache aktiv gebrauchen

Auch wenn ein Lehrwerk überarbeitet wird, steht jeweils eine fachdidaktische Beratung hinter dem Projekt. Im Fall von «New World 3–5» übernimmt Stefan Daniel Keller diese Aufgabe und erzählt im Interview davon.

Die Kombination aus nachhaltigem Lernen und kommunikativem Zugang ist charakteristisch für dieses Lehrmittel.
Prof. Dr. Stefan Daniel Keller, Abteilungsleiter Fachdidaktische Forschung an der PH Zürich

Prof. Dr. Stefan Daniel Keller, stellen Sie sich bitte kurz vor und erklären Sie unseren Leserinnen und Lesern, was Ihre Tätigkeit als fachdidaktischer Berater genau beinhaltet.

Stefan Daniel Keller: Ich bin in der Ausbildung von Lehrpersonen tätig und betreibe wissenschaftliche Fachdidaktik im Sinne der empirischen Bildungsforschung. Aktuell habe ich die Leitung der Fachdidaktischen Forschungsabteilung der PH Zürich inne. Schwerpunkte meiner Forschung sind die Entwicklung von Schreibkompetenzen, Beurteilung, Kompetenzmessung und Feedbackkultur. Als fachdidaktischer Berater beim Klett und Balmer Verlag unterstütze ich das Projektteam in der Konzeptentwicklung. Ich berate es und gebe Inputs aus der Perspektive einer wissenschaftlich reflektierten Fremdsprachendidaktik. Wichtig ist uns allen, dass die Lehrpersonen gut mit dem Lehrmittel arbeiten können und die Schülerinnen und Schüler gern damit lernen.

Und wann ist dies der Fall?

Guter Unterricht kann entstehen, wenn ein qualitativ hochwertiges Lernangebot vorhanden ist. Die Lehrperson muss die Schülerinnen und Schüler ins Lernen einbinden können. Differenzierungsmöglichkeiten spielen eine zentrale Rolle. In «New World» wird auf vielfältige Weise differenziert, zum Beispiel mit den Niveaus G (Grundanforderungen) und E (erweiterte Anforderungen), aber auch durch Aufgaben, welche die Lehrperson auf verschiedene Arten modellieren kann. Der Arbeitsblattgenerator stellt ebenfalls ein wertvolles Instrument zur Differenzierung dar. Es gibt aber nicht den guten Unterricht: Zum Fremdsprachenunterricht gibt es mehrere Zugänge. Ein gutes Lehrmittel soll diese Vielfalt fördern und den Lehrpersonen ein reichhaltiges Angebot zur Verfügung stellen, aus dem sie das herausnehmen können, was zu ihnen und ihrer Klasse passt.

Was macht «New World 3–5» besonders?

Der primäre Zugang zu diesem Lehrmittel geschieht über die Kommunikation. Es geht darum, dass die Lernenden sich mit spannenden Themen aus ihrer Lebenswelt auseinandersetzen und dabei die Sprache aktiv gebrauchen. Hinter diesen Anspruch wollen wir nicht mehr zurückgehen. Das setzt gleichzeitig voraus, dass die Lernenden intensiv mit Wortschatz und Grammatik arbeiten. Für beides gibt es zahlreiche Übungsmöglichkeiten im Lehrmittel. Die Kombination aus nachhaltigem Lernen und kommunikativem Zugang ist charakteristisch für dieses Lehrmittel. Üben ist nichts Schlechtes. Auch Grammatikübungen sind sinnvoll. Den Schülerinnen und Schülern muss aber klar sein, warum sie üben und auf welches kommunikative Ziel sich die Übungen beziehen. Für den Lernerfolg ist entscheidend, dass die Lernenden die Angebote des Lehrmittels gerne nutzen und Freude daran haben.

Wie wird ein Lehrmittel für Lernende interessant?

Wir müssen wissen, welche Themen die Jugendlichen in diesem Alter ansprechen. Vor allem bei einem gedruckten Lehrmittel besteht die Schwierigkeit, dass es bei aktuellen Themen nicht immer mithalten kann. Zudem sind die Interessen innerhalb einer Klasse heterogen. Zuerst einmal muss ein Lehrmittel gut strukturiert sein, sodass sich alle leicht darin zurechtfinden. Für die Lernenden wird es spannend, wenn sie eigene Sichtweisen entwickeln und ihre Meinung einbringen können. Diese Art des Arbeitens kann ein Lehrmittel fördern, indem es interaktives Lernen zulässt und die Lernenden in einen kommunikativen Austausch bringt. Damit guter Unterricht entstehen kann, geht es also nicht nur um die Qualität des Angebots, sondern auch um die Qualität von dessen Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler.

Digitales Angebot wird ausgebaut

Per Schuljahr 2025/26 ist «New World 3» für die 7. Klasse sowohl als digitales Komplettlehrmittel als auch in einer hybriden Ausgabe verfügbar. Sie entscheiden, wie Sie arbeiten wollen: klassisch mit einer Kombination von Print und digitalen Inhalten oder komplett digital. «New World 4» folgt ab Schuljahr 2026/27, «New World 5» ab Schuljahr 2027/28.

Schreibkompetenzen erhalten gegenüber früheren Aufgaben eine stärkere Gewichtung im Lehrwerk. Warum?

Je fortgeschrittener die Lernenden sind, desto grösser wird die Bedeutung des Schreibens. Wir orientieren uns am prozessorientierten Schreiben und an den unterschiedlichen Textsorten des Lehrplans 21. Sie beschreiben verschiedene Formate des Schreibgebrauchs. Anhand von Modellen schreiben die Schülerinnen und Schüler bestimmte Textsorten wie einen Artikel, ein E-Mail oder ein Porträt nach bestimmten Regeln. Während des Schreibprozesses lernen sie, dass sie einen Entwurf anderen zeigen, Feedback einholen, dieses in die Überarbeitung des Textes einfliessen lassen, Fehler korrigieren und den Text schlussendlich fertigstellen. Wir legen grossen Wert auf dieses prozessorientierte Schreiben. Generell folgen wir dem Integrated Approach, dem integrierten Ansatz. Die verschiedenen Sprachkompetenzen wie Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben sind in Aufgaben miteinander verbunden und werden in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht.

Worauf legen Sie ausserdem ein Augenmerk?

Beurteilung ist ein zentraler Teil des Unterrichts. Neben der positiven Fehlerkultur gibt es auch Beurteilungsraster zum Project Task, dem Endprojekt einer Unit, und bei den Lernkontrollen zu den produktiven Kompetenzen. Ein gutes Beurteilungsraster enthält bestimmte Kriterien, wie die Äusserungen der Lernenden – wie Texte, Präsentationen oder Ähnliches – beurteilt werden können. Zum einen bietet es Lehrpersonen Orientierung, zum anderen sehen die Lernenden, was von ihnen erwartet wird, wie sie sich selbst einschätzen und verbessern können. Hohe Transparenz ist uns wichtig.

Das gilt auch für die Lösungen, richtig?

Genau, in einem guten Lehrwerk bleiben die Lösungen in der Hand der Schülerinnen und Schüler. Wir sind der Auffassung, dass sie lernen müssen, selbstständig zu arbeiten. Zudem gibt es in jeder Unit die Möglichkeit, konstruktives Feedback zum eigenen Lernen von Lehrpersonen und Peers zu erhalten und anderen zu geben. Feedback geben und erhalten ist also wertvoll für den Fremdspracherwerb und gleichzeitig ein authentischer Anlass für Kommunikation zwischen Lehrperson und Lernenden und zwischen den Lernenden selbst.

Hier erfahren Sie mehr über «New World 3–5»

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