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Das fahrende Tonstudio

(Hör-)Spiel und Spass in der Projektwoche

Mit seinem «fahrenden Tonstudio» ist Stefan Bregy in der ganzen Deutschschweiz unterwegs und unterstützt Schulklassen bei kreativen Projekten. In Malters LU dürfen wir dabei sein, als er in einer Oberstufenklasse eigene Hörspiele entwickelt.

Seit sieben Jahren ist er selbstständig als Musiker tätig, davor unterrichtete er ebenfalls sieben Jahre als Gymnasiallehrer im Kanton Luzern. Während seiner Lehrertätigkeit konzipierte Stefan Bregy unter anderem das Wahlfach Tonstudio. Die Schülerinnen und Schüler schrieben eigene Lieder und nahmen diese auf, das Fach kam gut an. «Irgendwann fand ich, dass man dies eigentlich mobil anbieten müsste, damit auch Kinder und Jugendliche ausserhalb dieser Schule daran teilnehmen können», erzählt Bregy. Denn einerseits vermittle er ein sehr spezifisches Fachwissen und andererseits sei das Material nicht gerade günstig. «Mein Equipment hat mittlerweile einen Wert von mehreren Zehntausend Franken. Die meisten Schulen verfügen nicht über das Budget, um sich eine eigene Ausrüstung anzuschaffen», erklärt er. «Damit sie trotzdem solche Projektwochen durchführen können, bringe ich die professionelle Ausrüstung zu ihnen.»

Stefan Bregy gibt zu Beginn eine Einführung in die Schnittsoftware, erklärt, wie mit den verschiedenen Tonspuren gearbeitet werden kann, und nimmt sich Zeit für das Weitergeben von praktischen Tipps und Tricks.

Das mobile Kulturvermittlungsangebot

Mit diesem Material ist er in der Lage, jedes Klassenzimmer in ein voll funktionsfähiges Tonstudio zu verwandeln. Unterdessen ist sein Unternehmen so erfolgreich, dass er über fünfzig Schulklassen pro Jahr besucht. Im Laufe der Zeit hat Stefan Bregy sein Repertoire – er nennt es sein mobiles Kulturvermittlungsangebot – ausgeweitet und bietet das Erstellen von Hörspielen, Podcasts, Audioguides sowie Songwriting und Musikproduktionen an. Seine Workshops, die anfänglich auf die Gymnasialstufe ausgerichtet waren, hat er weiterentwickelt, sodass sie inzwischen sowohl auf der Sekundar- und Realstufe als auch in der 5. und 6. Klasse bestens funktionieren. «Ich habe sogar schon mit einer 2. Klasse gearbeitet und Hörspiele aufgenommen. Hierbei haben die Kinder die Texte vorgelesen und ich kümmerte mich um die Technik, auch das ergab ein schönes Endprodukt», erinnert er sich. Die ideale Gruppengrösse liegt bei vier bis fünf Kindern und mit sechs solcher Kleingruppen – und ebenso vielen Tonstudios – kann er parallel arbeiten. «Perfekt für praktisch jede Schweizer Schulklasse!», wirft er schmunzelnd ein.

Vorbereitung muss sein

Wie läuft eine solche Projektwoche nun genau ab? Damit die Lehrperson sich vorbereiten kann – in diesem Fall Lehrerin Julia Blum –, verschickt Bregy im Vorfeld entsprechende Unterlagen. Diese weisen einen starken Bezug zu den ‹Sprachstarken› auf. «Die Klasse hat das Thema ‹Geschichten oder Sachbücher?› der ‹Sprachstarken 7› durchgenommen, bei dem es unter anderem um das Erfinden von Geschichten geht», ergänzt Stefan Bregy. Im Unterricht haben die Schülerinnen und Schüler Drehbücher für ihre Geschichten geschrieben. Bevor es damit aber in die mobilen Tonstudios geht, erhalten sie eine Technikschulung, damit sie lernen, wie man ein Mikrofon bedient oder die Schnittsoftware einsetzt. Anschliessend können die einzelnen Sprechstimmen aufgenommen werden. Meist braucht es dabei mehrere Anläufe, bis alle Gruppenmitglieder mit dem Resultat zufrieden sind. Ist dieser Schritt abgeschlossen, geht es um das Einfangen der Geräusche. Wenn es im Hörspiel beispielsweise nach Wald klingen soll, dürfen die Schülerinnen und Schüler mit kleinen portablen Mikrofonen draussen danach suchen. Währenddessen kreiert ein anderer Teil der Gruppe eine passende Hintergrundmusik.

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Gleb ist mit dem Zwischenergebnis zufrieden.

Ein fertiges Produkt als Abschluss

«Eine Projektwoche besteht für mich aus folgenden drei Elementen: Sprache, Geräusche und Musik. Diese werden laufend aufeinander abgestimmt und schlüssig zusammengeschnitten», erklärt Bregy. So nimmt das Projekt Tag für Tag Form an, bis am Ende der Woche die Hörspiele im Kasten und auf dem Youtube-Kanal des «fahrenden Tonstudios» abspielbar sind. «Aus meiner Sicht sind das immer sehr reichhaltige Wochen. Es geht um das technische Handwerk, aber natürlich auch um die Sprache und das Texten. Man darf kreativ sein, lernt, wie man schauspielert und in ein Mikrofon spricht, und oftmals wird damit gleich noch die eigene Auftrittskompetenz gestärkt.» Zu Beginn seien die Kinder meist etwas zurückhaltend. «Sie tauen jedoch schnell auf, weil sie merken, dass es einfach ‹fägt›», grinst Bregy zufrieden und widmet sich bereits wieder dem nächsten Schüler, der nach einem Tipp für das korrekte Zusammenschneiden der Tonspuren fragt.

dasfahrendetonstudio.ch


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